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  2. Über uns

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    Nur wenige Meter vom mehr als 1000 Jahre alten Mindener Dom entfernt befindet sich am Kleinen Domhof der Domschatz Minden. 2017 wurde die Schatzkammer mit ihrem außergewöhnlichen Äußeren auf mehr als 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche eröffnet, nachdem sie vier Jahrzehnte nur einen kleinen Raum im Haus am Dom einnahm.

    Der Domschatz Minden gilt als eine der bedeutendsten Sammlungen sakraler Kunst in Deutschland. Betrieben wird die Domschatzkammer vom überkonfessionellen Förderverein Dombau-Verein Minden e.V.

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    Vor allem in der Zeit des Bistums Minden ist der Domschatz zwischen 800 und 1648 zusammengetragen worden. Schon im Jahr 1683 wurde ein Inventarverzeichnis erstellt, das 417 beschriebene Seiten umfasst, von denen 30 Seiten den Domschatz behandeln. Etwa 300 Jahre zuvor hatte der Mindener Chronist Hermann von Lerbeck einzelne kostbare Kunstgegenstände zusammengestellt und erläutert.

    60 Bischöfe wirkten während der Zeit des Bistums Minden, die viele der liturgischen Geräte geschenkt bekamen und sammelten. Einzelne liturgische Gefäße werden noch heute in Gottesdiensten im Dom oder bei der Fronleichnamsprozession verwandt. Diese Preziosen bilden einen Schwerpunkt der Schatzkammer.

    Da die Eucharistiefeier immer vor einem Kreuz stattfindet, befinden sich im Domschatz kostbare Kreuze aus alter und neuer Zeit, unter ihnen das berühmte Mindener Kreuz aus 1070/1120.

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    Ausgestellt sind außerdem Reliquiengefäße wie der Petrischrein aus dem 11. oder die Armreliquie der hl. Margarethe ebenfalls aus dem 11. Jahrhundert sowie einzigartige Kerzenträger, Monstranzen, Evangeliare und Messgewänder. Das Löwenaquamanile aus dem 12. Jahrhundert, das Heinrich der Löwe bei seiner Hochzeit in Minden im Jahr 1168 dem Bistum zum Geschenk gemacht haben soll, ist ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung im Domschatz Minden.

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    Freies WLAN im Domschatz Minden

    Wir stellen Ihnen im Domschatz Minden das freie MINDEN WLAN zur Verfügung. Damit können Sie alle Informationen dieser Domschatz-App nutzen, ohne dass das persönliche Datenvolumen für Ihr Smartphone belastet wird. Wählen Sie bitte in den Einstellungen Ihres Smartphones "MINDEN WLAN free".

  3. Liturgie-Farben

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    Im Domschatz Minden begegnen Ihnen auf der Ausstellungsebene im 1. Obergeschoss an den Wänden farbige Elemente. Sie symbolisieren die sogenannten "Liturgischen Farben" - die Farben von liturgischen Gewändern und Paramenten, die zu bestimmten Liturgien in Kirchen benutzt werden.

    In der Frühzeit, etwa bis zum 12. Jahrhundert, richtete sich bei den Festen die Auswahl der Gewänder vor allem nach ihrem Wert. Für hohe Feste verwendete man dementsprechend kostbare Gewänder. Erst später bekam die Symbolik der Farben eine besondere Bedeutung.

    In der mittelalterlichen Kirche unterschieden sich die Riten der Heiligen Messe regional, entsprechend gab es auch unterschiedliche Anordnungen im Hinblick auf die liturgische Farbe. Auch die Symbolik der Farben wurde unterschiedlich gedeutet, im germanischen Raum galt etwa meist Rot anstelle von Weiß als festliche Farbe. Nach dem Erlass des Römischen Messbuchs von 1570 im Zuge des Konzils von Trient setzte jedoch mehr und mehr eine Vereinheitlichung der Liturgie zugunsten des römischen Ritus ein. Örtlich blieb es aber noch über diese Zeit hinaus bei der Beibehaltung des originären Farbenkanons. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) werden in der römisch-katholischen Kirche fünf liturgische Farben verwendet:

    Weiß, die Farbe des Lichtes, wird ausschließlich zu Hochfesten wie Weihnachten und Ostern mit den nachfolgenden Festzeiten, zu Herrenfesten wie Fronleichnam und Christkönig, sowie zu Marienfesten und zu Festen der Heiligen, die nicht das Martyrium erlitten, getragen, außerdem zum Fest der Erzengel. Gold und Silber sind als besonders festliche Variante der weißen Farbe zu verstehen und keine eigenständige liturgische Farbe.

    Rot, die Farbe des Blutes, Feuers und Sinnbild des Heiligen Geistes, wird Pfingsten, am Palmsonntag, Karfreitag, Kreuzerhöhung, zur Firmung und an den Festen der Märtyrer getragen.

    Violett, Sinnbild für den Übergang und die Verwandlung, wird in den Bußzeiten vor Ostern (Fastenzeit) und vor Weihnachten (Advent) getragen, als Alternative zu Schwarz auch bei der kirchlichen Begräbnisfeier und am Fest Allerseelen. Seit der Liturgiereform kann Violett die Farbe Schwarz ersetzen. In der außerordentlichen Form des römischen Ritus ist sie ferner vorgesehen für die Kommunionfeier des Karfreitags, für die Messfeier am Palmsonntag (jedoch nicht für die Palmprozession) sowie für den ersten Teil der Osternacht bis zum Gloria. Des Weiteren ist sie ebenfalls die Farbe der Vorfastenzeit von Septuagesima bis Aschermittwoch.

    Rosa ist die Aufhellung der Farbe Violett. Sie kann nur zu den Sonntagen Gaudete (3. Adventssonntag) und Laetare (4. Fastensonntag) getragen werden, um den freudigen Charakter der Mittfastentage zur Hälfte der Bußzeit hervorzuheben.

    Grün, die Farbe des Wachstums und der Hoffnung, wird an den Sonntagen im Jahreskreis und den Werktagen des Kirchenjahres, auf die kein Heiligenfest fällt, getragen.

    Schwarz ist die Farbe der Trauer und wurde Karfreitag, Allerseelen und bei Begräbnissen getragen. Nach der Liturgiereform ist sie vorgesehen für Begräbnisse und Allerseelen, kann jedoch durch Violett ersetzt werden.

    Blau, die Farbe der Reinheit, galt früher für Marien- und örtlich auch für Bekennerfeste (Bekenner sind Glaubenszeugen, die keine Märtyrer waren, wie etwa der Heilige Martin), sie wurde durch Weiß ersetzt. Trotzdem werden auch heute noch in einigen Gegenden blaue Gewänder für Marienfeste verwendet, in spanischen Diözesen sind diese sogar vorgeschrieben. Blau war auch im englischen Ritus von Sarum (Salisbury) bekannt und ersetzte dort das adventliche Violett. Blau kann auch für das Wasser stehen, das wiederum den Heiligen Geist symbolisiert.

    Weiterführende Informationen finden Sie bei Wikipedia

  4. Reliquien und Reliquiare

    Unter Reliquien (lat. reliquiae) versteht man die sterblichen Überreste von Heiligen sowie Gegenstände, die vermutlich aus deren Besitz und Gebrauch stammen. Als "greifbare" Erinnerung bleiben sie sichtbare Zeichen der Heiligen und ihrer Wirkkraft auch über deren Tod hinaus.

    Geistliche Würdenträger und weltliche Herrscher gleichermaßen stifteten den Heiligen für ihre Reliquien - den Überresten aus dem irdischen Dasein - die allerkostbarsten Werke für ihr eigenes Seelenheil. Dem Reliquienkult kam im ganzen Mittelalter ein unschätzbares Gewicht zu. So wurden der "heilige Körper" und die Gegenstände, die mit diesem in Berührung gekommen waren, zerteilt - in der Überzeugung, dass auch dem kleinsten Teil dieselbe Kraft innewohne wie dem unzerteilten Leib.

    Reliquiare sind Behältnisse, die zur Aufnahme von Reliquien dienen. Ihre Geschichte reicht - wie die Reliquienverehrung selbst - in die altchristliche Zeit zurück. Damals fanden Kästchen, Büchsen und Ampullen aus unterschiedlichen Materialien Verwendung. Diese wurden als "Altargrab" (sepulcrum) in die Altäre eingelassen. In der Folgezeit wurden die Reliquien in Schreinen und anderen Reliquiaren auf der Altarmensa oder in eigens dafür angefertigten Reliquienschränken den Gläubigen präsentiert.

    Mit der Einführung des Fronleichnamsfestes 1264 als Fest der Gesamtkirche durch Papst Urban IV. und dem Bedürfnis, das Allerheiligste sichtbar zu machen, wurde die eucharistische Monstranz geschaffen, damit einher ging die Ausprägung von Reliquienostensorien (Schaugefäßen). Fortan entwickelte sich ein mannigfaltiger Formenschatz an Reliquiaren: Reliquienstatuetten, Büstenreliquiare etc.

    "Redende Reliquiare" geben durch ihre äußere Form Hinweis auf die Art der Reliquie, die sich z.B. in den sogenannten "Armreliquiaren" befindet.

  5. Beschreibung

    Das frühe Beispiel eines hausförmigen Reliquiars des hohen Mittelalters zeigt im Wandfeld einer Längsseite die in Goldblech getriebene Darstellung der Kreuzigung Petri. Von zwei Soldaten wird er kopfüber ans Kreuz geschlagen. An der Dachfläche darüber die Darstellung der Ausgießung des Heiligen Geistes, die Schmalseiten des Unterbaus zeigen jeweils das Brustbild eines Heiligen.

    An einer Seite befindet sich die Inschrift: CONDITVR HIC SVBITVS PETRI LE(CTISSI)MA VIRT(US) ("Hier ist die vortreffliche Heilkraft des Petrus verwahrt"). Auf der aus Silber geschmiedeten Bodenplatte stehen die Namen der Heiligen, deren Reliquien im Schrein aufbewahrt wurden, unter ihnen der des hI. Petrus. Bis zur Überführung der Gebeine des hl. Gorgonius im Jahre 952 war der Apostel Petrus der erste, danach der zweite Patron des Mindener Domes.

    Die der Kreuzigung Petri gegenüberliegende Darstellung auf der anderen Längsseite zeigt ältere Goldschmiedearbeiten aus der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts: ein rundes Goldblech mit Emails mit weiblichen Halbfiguren und zwei Vogelpaaren sowie Treibarbeiten mit Blattranken und Fabelwesen.

    Der Überlieferung nach soll Bischof Rudolf von Schleswig (1043-1085) das Reliquiar anlässlich der Domweihe im Jahre 1071 dem Bischof Eilbert von Minden gestiftet haben.

  6. Bildergalerie

  7. Beschreibung

    Am unteren Rand ist die Umschrift "BRACHIVUM SANTE MARGARETE" (Arm der Heiligen Margarethe) graviert. Der schlank proportionierte Arm ist geziert mit einer Manschette, die aus breiten Filigranfliesen gebildet wird. Diese sind mit großen kostbaren Steinen geschmückt: u.a. Rubin, Saphir, Amethyst, Smaragd, ebenso Granat-Gemmen, die aus der Spätantike stammen und hier in Wiederverwendung angebracht sind. Die Hand ist zum Segen erhoben.

    Das Armreliquiar gehört zu den frühesten erhaltenen Werken seiner Art. In den meisten Fällen wurden die Reliquien von Heiligen in Schreinen, Kästen, Altargräbern oder anderen Gefäßen aufbewahrt. Im 11. Jahrhundert kamen daneben auch "redende Reliquiare" auf, die die Form eines menschlichen Körperteils hatten und auf diese Weise sogleich auf die Art der Reliquie hinwiesen.

    Schon bei der Weihe des wiederaufgebauten Domes im Jahre 1071 wird die Reliquie der hl. Margarethe in einem Dokument erwähnt; unmittelbar danach wurde dieser kostbare Reliquienarm erstellt.

    Margareta von Antiochia

    Die hl. Margarethe, in Pisidien/Kleinasien geboren und um 305 verstorben, war der Überlieferung nach die Tochter eines heidnischen Priesters und wurde von einer christlichen Amme erzogen. Als der Vater die Hinwendung der Tochter zum christlichen Glauben bemerkte, denunzierte er sie beim Stadtpräfekten. Vor Gericht gestellt, weckte sie das Begehren des Richters, der sie umso härter bestrafte, als sie ihn zurückwies: Sie sollte mit Fackeln versengt und in Öl gebraten werden. Als sie bei dieser Prozedur unverletzt blieb, führte dies zu Massentaufen in ihrer Umgebung und zu ihrer Hinrichtung durch Enthaupten.

    Sie zählt zu den 14 Nothelfern, das sind vierzehn Heilige aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert. In der katholischen Kirche werden die Nothelfer als Schutzpatrone im Gebet angerufen. In der evangelischen Kirche gelten sie allgemein als Vorbilder im Glauben. Die hl. Margarethe wurde im Mindener Raum besonders als Nothelferin gegen das immer wieder von der Weser her drohende Hochwasser angerufen.

    Im Heimatraum erinnert auch die Margarethenkapelle östlich der Wittekindsburg im Wiehengebirge an die Heilige.

  8. Bildergalerie

  9. Beschreibung

    Ziborien dienten als kelchähnliche Gefäße mit abnehmbarem Deckel zur Aufnahme bereits konsekrierter, also gewandelter Hostien während der Messe und als Rückhalt für die Kommunion von Kranken oder Sterbenden.

    Da sich in dem hl. Brot die Gegenwart Christi offenbart, waren die Behältnisse entsprechend kostbar gestaltet. Das ausgestellte sechsseitige Ziborium zeigt eine reiche architektonische und ornamentale Gliederung, die unter anderem aus mit Glassteinen besetzten Filigranzierstreifen besteht. In den Feldern des Gefäßkörpers sowie denjenigen des ähnlich einem Zeltdach spitz zulaufenden Deckels erscheinen Ganz- und Halbfiguren, die über Model geformt wurden. Vermutlich handelt es sich um Apostel, wobei lediglich Petrus mithilfe seines Attributs, dem Schlüssel, eindeutig zu erkennen ist, ebenso wie die Gestalt Christi anhand ihres mit einem Kreuz ausgezeichneten Nimbus.

    Der Deckel lässt sich über ein Scharnier öffnen; mittels einer heute beschädigten Aufhängevorrichtung war das Behältnis einst wohl in der Nähe des Altars angebracht. Diese Anbringungsmöglichkeit und seine leichte Zugänglichkeit sprechen gegen die früher geäußerte Vermutung, dass das Objekt als Reliquienpyxsis fungiert haben könnte.

  10. Bildergalerie

  11. Beschreibung

    Das Licht, vor allem das der Kerze, spielt in der Liturgie der Kirche eine große Rolle. Zur Erzeugung des lumen sacrum oder lumen liturgicum - des liturgischen Lichts - fertigte man schon früh künstlerisch geformte Lichterträger, bevorzugt aus Metall. Als Paare und besonders aufwendig gearbeitet fanden sie etwa während des Gottesdienstes auf dem Altar ihre vornehmste Verwendung.

    Die Leuchter stehen jeweils auf drei Greifenklauen. Die Wände sind in Durchbrucharbeit hergestellt und setzen sich aus drei Fabelwesen mit einer Kugel im Maul zusammen, die die Kanten markieren, sowie jeweils zwei geflügelten Drachen, die in die Schenkel der Ecktiere zu beißen scheinen. Dem Drachen kommt in der christlichen Ikonographie eine vielschichtige Symbolik zu. Als Verkörperung des Dämonischen wird er hier überwunden und für das Heilige in den Dienst genommen.

    Die Leuchter wurden vermutlich entgegen älterer Meinung in der Werkstatt des Klosters Helmarshausen gefertigt, das enge Beziehungen zu Minden unterhielt.

  12. Beschreibung

    Der Begriff Aquamanile, der sich aus den beiden lateinischen Wörtern aqua (Wasser) und manus (Hand) zusammensetzt, benennt seine Funktion recht genau. Das bei der liturgischen Händewaschung verwandte Gießgefäß ist nicht als schlichte Kanne, sondern vorwiegend in Form eines Tierleibes, hier besonders kunstvoll in Gestalt eines Löwen entworfen.

    Sein majestätisch aufgerichteter Leib weist eine stilisierte Mähne und ornamentale Gravuren auf. Der Griff des Gießlöwen wird von einem schlanken Drachen gebildet, der sich mit den Vorderläufen an seinem Kopf abstützt; der Ausguss von einer männlichen Halbfigur, die aus dem mit langen Zähnen bewehrten Maul herausragt, die Hände gegen die Lefzen gestemmt. Eine ehemals verschließbare Öffnung am Hinterhaupt des Tieres diente zum Einfüllen des Wassers.

    Das Aquamanile wird in dem Mindener Domschatzinventar von 1683 mit dem Vermerk "Ein messings Handfaß in eines Löwen Format" erwähnt. Während bisher als Entstehungsdatum meistens das 13. Jahrhundert genannt wurde, kann nach neueren Forschungen bereits die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts angenommen werden.

    Berichtet wird auch, dass Heinrich der Löwe das Aquamanile aus Anlass seiner Hochzeit mit Mathilde von England im Jahr 1168 im Mindener Dom dem Bischof zum Geschenk gemacht haben soll.

  13. Beschreibung

    Die wohl nicht zusammengehörenden Leuchter gehören zum Typus des sogenannten Mindener Leuchters, der sich eine ganze Reihe von Arbeiten anschließen lässt, und wurden vermutlich in einer Mindener Werkstatt gefertigt. Ihre Ausführung ist nicht so fein wie die des älteren Leuchterpaares (Inv. Nr. 37), entspricht diesen jedoch im Wesentlichen: beide Stücke sind aus einem dreiseitigen pyramidalen Fuß auf drei Klauen aufgebaut, der von stilisierten verschlungenen Drachenleibern gebildet wird und an dessen Ecken die Köpfe plastisch hervortreten. Über einem kurzen Schaft mit Wulstring gehen sie in eine Traufschale mit einem hohen Dorn als Halterung für die Kerzen über.

  14. Beschreibung

    Das Hedwigsglas gehört zu einer größeren Gruppe von dickwandigen Gläsern, die hauptsächlich als Motive Löwen, Adler und einen Greif zeigen. Vorbilder sind im Vorderen Orient, in der byzantinischen und islamischen Kunst zu suchen. Es besteht eine Nähe zur Glaskunst der Fatimiden, die vom 10. bis 12. Jahrhundert in Ägypten, Syrien und Palästina wirkten und deren Name auf Mohammeds Tochter Fatima zurückgeht. Solche Becher oder fatimidische Bergkristallarbeiten dienten als Behälter für hochrangige Reliquien in Kirchenschätzen oder auf Adelssitzen.

    Der Name Hedwigsglas leitet sich von der aus Andechs stammenden Heiligen Hedwig (1174-1243) ab, der Patronin Polens und Schlesiens. Sie war eine tief religiöse Regentin ihres Landes, die zahlreiche Klöster und Kirchen gestiftet hat. Schon 1267 wurde sie heiliggesprochen. Aufgrund ihrer Liebe zu den Armen war sie im Volke hoch angesehen. Darum begannen die Leute unmittelbar nach ihrem Tode Gegenstände zu sammeln, die mit dem Leben der Heiligen in Verbindung gebracht wurden. Dazu soll auch dieses Glasgefäß gehören, aus dem sie getrunken haben soll.

  15. Bildergalerie

  16. Marienverehrung – Bedeutung

    Maria nimmt in der Bibel als zentrale Figur des Heilsgeschehens eine besondere Stellung ein. Viel erfährt der Leser der Heiligen Schrift nicht von ihr, ebenso wie von ihrem Mann Josef. Darum ist das, was in den Evangelien von Jesu Mutter geschrieben steht, auch nicht wirklich biografisch zu verstehen, sondern immer in Bezug auf Jesus Christus.

    Mit der zunehmenden Bedeutung Marias für die kirchliche Lehre und Frömmigkeit begegnet uns oder erscheint ihre bildliche Darstellung vermehrt in der abendländischen Kunst des hohen Mittelalters. Ab dem 10. Jahrhundert wurde dabei das Repertoire der Madonnenbilder speziell um die vollplastische Figur der thronenden Gottesmutter mit dem Kind auf dem Schoß erweitert.

    Ungeachtet der textlichen Vernachlässigung spielt Maria in der katholischen Kirche bis heute eine große und wichtige Rolle. "Maria ist wichtig für den Glauben, weil sich ohne sie die Menschwerdung Gottes nicht hätte ereignen können", sagt der Münsteraner Weihbischof Christoph Hegge. "Maria verkörpert in ihrem Leben auf einzigartige Weise die Grundhaltung des Glaubens. Sie zeigt uns als Erste der neuen Schöpfung, wie Gott wirkt, wenn wir uns ihm ganz öffnen."

  17. Beschreibung

    Der Miniaturkelch wurde zusammen mit der Patene im Zuge des Wiederaufbaus des Domes 1950 in dessen Vierungsbereich im Grab eines nicht identifizierten Bischofs gefunden. Solche kleinformatigen, als calix viaticus bezeichneten Kelche verwandte man als transportables liturgisches Gerät zur Feier der hl. Messe auf Reisen und legte sie offenbar auch als Beigabe zu Bestattungen.

    Der Kelch besitzt eine für die Zeit der Romanik typische Form, einen gedrungenen konischen Schaft, aus dem der runde Fuß und der Nodus (Knauf) gearbeitet sind sowie eine hohe und steile Kuppa (Schale). Der Hostienteller zeigt in seiner vertieften Mitte die gravierte segnende Hand Gottes, ein im Mittelalter an dieser Stelle häufig gewähltes Motiv.

  18. Beschreibung

    Der Siegelstempel wurde 1982 von einem Mindener Fossiliensammler am Weserufer gefunden. Der Stempel zeigt die Dompatrone Gorgonius mit Schild und Petrus mit Schlüssel. Die Inschrift weist ihn als "ad causas" (für Dienste), also als kleines Dienstsiegel des Domkapitels für Geschäftssachen aus. Nach Einführung eines neuen Siegels wurde das alte normalerweise zerstört, um eine unbefugte Weiterbenutzung zu verhindern. In diesem Fall kam es vielleicht abhanden oder wurde absichtlich in die Weser geworfen.

  19. Beschreibung

    Die Figur ist mit großem handwerklichem Geschick aus Silberblech geformt, sprich getrieben, und ursprünglich über einem heute verlorenen Holzkern gearbeitet worden. Weil sie aus Silberblech besteht, wird sie auch als Silbermadonna bezeichnet, die Figur ist allerdings größtenteils vergoldet.

    Das Werk gehört zu den bedeutendsten aus Metall gefertigten seiner Zeit und stammt wahrscheinlich aus dem niedersächsischen Raum. Ähnliche Arbeiten aus Halberstadt, Hildesheim und Braunschweig legen diese Vermutung nahe.

    Die nach hinten gelehnte Haltung des Kindes, das aufschaut und die rechte Hand im Gestus des heilbringenden Erlösers segnend erhoben hat, ist für diese Gruppe u. a. charakteristisch. Die Kronen sind jüngere Zutaten wohl des 13. und 14. Jahrhunderts.

    Einst wurde die Skulptur vermutlich bei Prozessionen mitgeführt und enthielt in ihrem Inneren möglicherweise wertvolle Marienreliquien. Nach den Berichten des Historikers Hermann von Lerbeck (Ende des 14. Jh.) und des Domherren Heinrich Tribbe (Mitte des 15. Jh.) hat die Mutter Oda von Blankenburg ihrem Sohn, dem Bischof Anno von Minden (1171- 1185), diese Marienfigur geschenkt. Allerdings stimmt diese tradierte Nachricht nicht mit dem kunstgeschichtlichen Entstehungsdatum überein.

  20. Bildergalerie

  21. Beschreibung

    Das aus gleichschenkligen Armen gebildete Kreuz - mit stilisierten Blättern als Lebensbäume gekennzeichnet - trägt in seiner Mitte eine Rundkapsel. Auf der Vorderseite ist vor einem Rautenmuster die kleine gedrungene Figur des hl. Andreas am Kreuz abgebildet. Mit Kordeln ist er an Armen und Beinen ans Kreuz gebunden.

    An der Kapselrückseite befindet sich unter einem konvex gewölbten Bergkristall die Knochenreliquie des hl. Andreas. Der auf Missionsreise in Gebieten um das Schwarze Meer tätige Apostel Andreas wurde unter Kaiser Nero im Jahr 60 n. Chr. ermordet. Seine Hinrichtung erfolgte an einem aus schräg angeordneten Balken gebildeten Kreuz, das seither Andreaskreuz benannt wird.

  22. Kreuze – Beschreibung

    Das Kreuz als wichtigstes Symbol des christlichen Glaubens hat mit dem Sieg Kaiser Konstantins, dem ersten christlichen Kaiser († 337), seinen Anfang genommen. In der Schlacht gegen Maxentius sah er in einer Vision das Kreuz als Siegeszeichen.

    Die Auffindung des "wahren Kreuzes Christi" in Jerusalem durch die Mutter des Kaisers, der hl. Helena, hat zur weiteren Verbreitung des Kreuzes als Symbol für die Christen beigetragen. So wandelte sich die Bedeutung des Kreuzes vom Todeswerkzeug in den ersten christlichen Jahrhunderten zum Sinnbild des Sieges Christi und somit zum zentralen christlichen Heilszeichen.

    Mit der Verbreitung des Christentums fand das Kreuzsymbol in mannigfaltigen Formen und Funktionen Eingang in die Kirchenräume und in die Feier der Liturgie. Als Zeichen des Triumphes war das Kreuz in der Romanik vorherrschend, in der Gotik sah man das Kreuz eher als Zeichen des Leidens.

    Auch die Formen des Kreuzes sind vielgestaltig. In unserem Raum ist das lateinische Kreuz mit kürzerem nach oben verschobenem Querbalken am bekanntesten. Das Kreuz mit der Darstellung des Christuskörpers fand fortan Einzug in die künstlerische Gestaltung, Kruzifixus ist die Bezeichnung für den Gekreuzigten.

    Vor allem in der Liturgie der Kirche fanden die Kreuze vielfache Verwendung. Die Eucharistiefeier und alle christlichen Gottesdienste werden unter oder vor dem Kreuz gefeiert. Für Prozessionen und feierliche Einzüge wird das Vortragekreuz verwendet. Das Altarkreuz wird auf den Altar gestellt bzw. gelegt, um die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi sinnfällig zu machen.

  23. Beschreibung

    Die beiden Löwenköpfe am Eingangsbereich zum Raum Mindener Kreuz, die in Bronze gegossen wurden, bilden die Mitte eines Rundschildes mit einem glatten Außenrand, auf dem sechs Bohrlöcher für die Befestigung zu erkennen sind. Ursprünglich zierten die beiden Türzieher von sehr hoher Qualität das Nordportal des im 13. Jahrhundert errichteten romanischen Querhauses des Domes.

    Der Löwenkopf befindet sich auf einer viereckigen Platte, die von der Mähne überlagert wird. In dem geöffneten Maul befand sich früher der Türzieher, mit dem man sowohl das Portal öffnen als auch klopfen konnte, um Einlass zu finden.

    Die quadratische Mitte wird von einem Vierpass umgeben, unter dessen Rundbögen links und rechts ein Drachenpaar mit verschlungenen Hälsen und oben ein stolzer Löwe erkennbar sind. Ob das Tier im unteren Bereich eine Ziege darstellt, ist nicht genau auszumachen. Zwischen den Tieren befindet sich Rankenwerk.

    Nach der Neuweihe des Domes im Jahr 1957 wurden etwa 200 Jahre alte Kopien dieser beiden Türzieher an den inneren Türen des Paradieses befestigt.

  24. Bildergalerie

  25. Beschreibung

    Dieser Ausschnitt eines Schmuckfußbodens, vermutlich um 1071 im nördlichen Querhausarm des Domes zu Minden als außergewöhnlich sorgfältige Arbeit verlegt, wurde 1954 bei Grabungen in etwa 30 Zentimeter Tiefe entdeckt. Es handelt sich um Reste eines kreisrunden Plattenmosaikbodens von 2,70 Meter Durchmesser aus schwarzbraunem Schiefer, hellgelbem Solnhofer Schiefer und beigefarbenem Marmor.

    Einzelne Kunsthistoriker schließen nicht aus, dass dieses Mosaik bereits auf das 9. Jahrhundert zurückgeht. Analogien zu byzantinischen Böden lassen vermuten, dass Mosaiken dieser Art zu dieser Zeit von wandernden Bauhandwerkern geschaffen wurden.

    Drei konzentrische Kreise bilden zwei Register bzw. Zonen. Zwischen dem mittleren und äußeren Kreis sind zehn kleinere Medaillons eingeschrieben, von denen die sechs erhaltenen Kreuz- und Sternmotive zum Teil doppelt, aber ohne symmetrische Anordnung zeigen. Die Zwickel sind mit kleinen, aus zwei Dreiecken zusammengesetzten Figuren gefüllt. Zwischen innerem und mittleren Kreis findet sich eine Kette aus stehenden Rauten.

    Das Fußbodenmosaik zeigt keine Abnutzungsspuren durch Begehen auf, wohl aber starke Brandspuren. Das Feuer dürfte die Ursache für die Aufgabe des Schmuckfußbodens gewesen sein.

  26. Beschreibung

    Auf dem Kreuzbalken über dem Haupt Christi ist die Inschrift zu lesen: "IE(SV)S NAZARENVS REX IUDEORUM" und auf dem Querbalken: "HOC REPARAT XP (istv)s DEVS IN LIGNO CRVCIFIXVS / + Q(Vo)D DESTRVXIT ADA(m) DECEPTVS IN ARBORE QVADAM" (Das macht wieder gut Christus, der am Holz gekreuzigte Gott, was zerstört hat Adam, getäuscht von dem Baume).

    Der ans Kreuz genagelte Christus ist in entspannter Haltung, geradestehend mit waagerecht ausgestreckten Armen dargestellt. Das Haupt ist zur Seite geneigt, Mund und Augen sind leicht geöffnet. Seine parallel angeordneten Beine ruhen auf der Fußstütze (Suppedaneum), die aus einem gebeugten, geflügelten Drachen gebildet wird. Christus ist lebend als Sieger über das Böse, symbolisiert durch die Drachenfigur, wiedergegeben.

    An den Kanten des Kreuzbalkens, am Querbalken unten und am unteren Längsbalken deuten kurze, schräg verlaufende Metallstreifen abstrakt und schematisch auf die Ansätze eines Astkreuzes hin, was zur Inschrift mit der Erwähnung des Lebensbaumes passt. Christus als der neue Adam erlöst die Menschheit durch seinen Tod am Kreuz.

    Die Zuschreibung des Mindener Kruzifixes, das sich durch hohe Qualität in der künstlerischen Gestaltung auszeichnet, an den Kunstkreis um Roger von Helmarshausen, wird neben stilistischen Übereinstimmungen mit kleinen Bronzekruzifixen auch an technischen Details etwa der Verwendung von Niello-Rauten festgemacht.

  27. Bildergalerie

  28. Beschreibung

    Aufgrund der flachen Form der Figur des ritterlichen hl. Gorgonius stammt die Figur vermutlich aus einem Schrein oder Tabernakel.

    Wahrscheinlich wurde Gorgonius um 265 in Rom geboren. Durch eine ausgezeichnete Erziehung kam er mit dem kaiserlichen Palast in Berührung und konnte durch die Gunst des Kaisers zu einem hohen Palastoffizier aufsteigen. Kaiser Diokletian bewunderte seine Qualitäten und machte ihn zum Kammerherrn der kaiserlichen Kammer in Nikomedien, wo er Hof hielt.

    Gorgonius, der schon früh Christ geworden war, warb unter den Hofleuten und Offizieren für den christlichen Glauben. Um 300 flammte im Lande erneut eine Christenverfolgung auf, der sich auch Diokletian anschloss. Als vor den Augen des Palastoffiziers Gorgonius viele Christen zu Tode gequält wurden, weil sie den heidnischen Göttern nicht opfern wollten, bekannte auch er sich zum christlichen Glauben und forderte ein Ende des Massakers. Dieser mutige Einsatz für die verfolgten Glaubensbrüder brachte auch ihm im Jahre 303 einen qualvollen Tod.

    Durch wunderbare Fügung gelang es den Christen, seinen Leichnam nach Rom zu schaffen, wo er im frühchristlichen Coemeterium an der Via Labicana, später in St. Peter beigesetzt wurde. Nach neueren Forschungsberichten wurde ein Teil der Gebeine bereits im Jahre 848 aus Rom direkt nach Minden überführt. Wahrscheinlich kamen in der Mitte des 10. Jahrhunderts weitere Reliquien aus dem Reformkloster Gorze hinzu, sodass beide Daten ihre Berechtigung haben.

    Vor diesem geschichtlichen Hintergrund erklären sich die Reliquienbehälter des hl. Gorgonius im Domschatz Minden, neben dem wertvollen Reliquienarm aus dem 2. Viertel des 15. Jahrhun- derts auch die Statuette dieses Heiligen. Bis heute wird in Minden der Patron des Domes in der Liturgie am 11. März unter dem Titel "Fest des Empfanges der hl. Reliquien" und vor allem am 9. September, dem Gedenktag des Heiligen, verehrt.

  29. Beschreibung

    Der Reliquienarm des hl. Gorgonius, Patron des Mindener Domes, enthält in einem Bergkristall, der als Schaugefäß fungiert, die einzige Reliquie vom hl. Gorgonius, die sich heute noch beim Dom befindet. Heinrich der Löwe, der 1168 mit der englischen Prinzessin Mathilde im Mindener Dom von Bischof Werner von Bückeburg getraut worden ist, hatte sie von einer Wallfahrt mitgebracht.

    In der Beschreibung des Domherrn Heinrich Tribbe (um 1460) wird die Reliquie in seinem heutigen Behältnis erwähnt: "Item brachium sancti Gorgonii, patroni ecclesiae Mindensis, in brachio argenteo et deaurato cum lapidibus" (Ebenso der Arm des heiligen Gorgonius, des Patrons der Mindener Kirche, in einem silbernen und vergoldeten Arm mit Steinen).

  30. Beschreibung

    Wie am Armreliquiar des hl. Gorgonius (Vitrine 11) ist auch hier der Ärmel in Falten gelegt und umgeschlagen. Darunter schaut der enganliegende Ärmel einer Tunika hervor. Neben dem reichen Steinbesatz sind am Sockel der Vorderseite zwei gegossene Silberfigürchen befestigt, links die hl. Anna und rechts der hl. Gorgonius. Ein nahezu halbkugelig geschliffener Bergkristall betont die Mitte des Armes und gibt eine Durchsicht auf die Reliquie. Im Vergleich zum Gorgoniusarm ist das Armreliquiar der hl. Anna stilistisch weitergeführt und weist auf die Hand eines ausgezeichneten Goldschmiedes.

  31. Beschreibung

    Der Heilige Laurentius trägt die Gewandung eines Diakons, zu der das lange Untergewand, die bis auf die Schuhe fallende Albe und die Dalmatik gehören. Auf dem vergoldeten, hochstehenden Kragen weist die Inschrift auf den hl. Laurentius hin. In der rechten Hand hält er den Rost, das Attribut seines Martyriums, die Linke hielt wohl ein Buch oder die Märtyrerpalme. Hinter dem großen hochovalen Bergkristall auf der Brust war ursprünglich die Reliquie aufbewahrt.

    Der Domherr Heinrich Tribbe weist um die Mitte des 15. Jahrhunderts in seiner Beschreibung von Stadt und Stift Minden auf die wertvolle Reliquienfigur des hl. Laurentius hin, der Nebenpatron des Domes ist. Er hat von 230 bis 258 in Rom gelebt und gehört zu den meistverehrten Heiligen. Nach dem Sieg Kaiser Ottos I. über die Ungarn am 10. August 955 auf dem Lechfeld verbreitete sich die Verehrung dieses Heiligen noch stärker. Da der 10. August der Todes- und Gedenktag des hl. Laurentius war, wurde weithin ihm der Sieg über die Hunnen zugeschrieben. Bereits drei Jahre zuvor hatten die Minderer ihn bei der Domweihe zum zweiten Patron erhoben.

  32. Bildergalerie

  33. Beschreibung

    Das aus einem Stück geschnitzte Armreliquiar zeigt in der Mitte eine tief ausgehöhlte Rundbogennische mit Resten blauer Farbe für die Aufbewahrung der Reliquie. Die Hand zeigt fein ausgearbeitete Adern und Sehnen unter der Haut. Diese naturalistische Wiedergabe der Hand und die bauschigen Falten am Gewand weisen auf die Zeit um 1500 hin.

  34. Beschreibung

    Der durch wenige Schrägfalten akzentuierte Holzarm mit sehr naturalistisch wiedergegebener Hand weist im oberen Bereich eine hohe, ursprünglich verschließbare Rechtecknische auf. In ihrem Inneren waren ursprünglich Reliquien geborgen. Auf einer frühen Fotografie (1895) sind weiße Farbpartikel auszumachen, so dass auch dieses Armreliquiar zu denen im Domschatzinventar von 1683 beschriebenen "Vier weiße brachia (Arme) mit Reliquien" gehören wird.

  35. Beschreibung

    Die grubenschmelzverzierte querrechteckige Kupferplatte der Vorderseite zeigt in zwei Szenen das Martyrium der hl. Valeria von Limoges, wo sie im 3. Jahrhundert gelebt hat. Links sitzt die Heilige in Erwartung ihrer Enthauptung durch einen neben ihr stehenden Henker. Rechts überbringt Valeria, von einem Engel geführt, ihr Haupt dem hl. Bischof Martialis.

    Auf der Dachschräge darüber wird die Grablegung der hl. Valeria in Gegenwart des Bischofs Martial wiedergegeben, links und rechts zwei das Grabtuch haltende Engel in fürbittender Haltung. An den Schmalseiten ist die Heilige jeweils in einer Mandorla mit erhobener Rechten und einem Buch in ihrer Linken wiedergegeben.

    Der Mindener Valeriaschrein steht im Zusammenhang mit dem Aufkommen der Verehrung der hl. Valeria, die sich in der Limousiner Emailkunst des 12. bis 13. Jahrhunderts niederschlägt. Auf welchem Weg dieser wertvolle Schrein nach Minden gekommen ist, kann nicht nachgewiesen werden. Vermutlich haben Pilger auf ihrer Rückreise von Santiago de Compostella dieses Kästchen mit einer Reliquie der Heiligen aus Limoges nach Minden mitgebracht. Zwischen beiden Bischofsstädten bestand damals schon Gebetsbruderschaft.

  36. Bildergalerie

  37. Beschreibung

    Domschatz-Minden_Bibliothek

    Die heutige Mindener Dombibliothek umfasst neben dem Bestand von Büchern und Schriften auch Reste älterer Archivbestände. Insgesamt ein disperater Überrest früherer Kirchenbibliotheken und Archive des Mindener Domkapitels und des ehemaligen Klosters St. Mauritius. Der Bestand ist gesichtet und katalogisiert und umfasst insgesamt 556 Nummern.

    Auf Anordnung des Kurfürsten von Brandenburg wurden im Jahr 1683 die wertvollsten Handschriften der Bibliothek nach Berlin überführt. Spätere Verluste sind zu konstatieren, insbesondere nach der Auflösung des Domkapitels im Jahre 1811.

    Der heutige Bestand der Bibliothek umfasst neben erbaulicher Literatur des 19. Jahrhunderts und einiger Nachschlagewerke für den Schulgebrauch ein Konvolut geistlicher Literatur aus dem Besitz ehemaliger Domkapitulare und Domvikare sowie aus dem ehemaligen Kloster St. Mauritius. Hervorzuheben sind Drucke des 16. und 17. Jahrhunderts zur Philosophie, Wissenschaft und Literatur des klassischen Altertums. Ein weiterer wichtiger Bestand umfasst theologische Literatur der Reformationsjahre.

    Bedeutend ist der Bestand zahlreicher Frühdrucke, chronistischer Werke, Predigtbücher, Bibeln und Ausgaben des neuen Testaments, die zum Teil aus dem 15. Jahrhundert stammen. Den herausragenden Wert der heutigen Dombibliothek bilden die liturgischen Bücher des vormaligen Bistums Minden. Vorhanden sind das Brevier (Brevarium ecclesie Mindensis; erhalten als Mainzer Neudruck von 1516), das Messbuch (Missale secundum veram rubricam et ordinarium ecclesie Mindensis; 1513 in Nürnberg gedruckt) und die Agende (Agende rerum ecclesiasticarum secundum consetum usum Mindensis dioecesis; 1522 in Leipzig gedruckt).

  38. Das Missale

    Domschatz-Minden_Mindener-Missale

    Da sich die Christen als Volk Gottes zu gemeinsamen Gottesdiensten versammeln, müssen Ordnungen und Regeln vorhanden sein, um ein Gebet in Gemeinschaft zu ermöglichen. Aus diesem Grunde sind liturgische Bücher entstanden, die oft eine lange Geschichte haben. Auch die Domgemeinde verfügt noch über einige alte liturgische Bücher.

    Zu diesen liturgischen Büchern zählt das Mindener Brevier, das allerdings nur in Kopie in der Schatzkammer vorliegt. (Die Originale der zwei Bände befinden sich im Dom- und Kommunalarchiv.) Das Brevier oder das kirchliche Stundengebet, das von allen Priestern und auch vielen Laien auf der ganzen Welt regelmäßig gebetet wird, enthält Psalmen, Hymnen, biblische Lesungen, Texte von Theologen und Synoden, Konzilsaussagen, Gebete und Fürbitten. Das zweite wichtige liturgische Buch ist die Agende, die die Spendung der sieben Sakramente regelt: Taufe, Firmung, Kommunion, Buße, Krankensalbung, Priesterweihe und Ehe. Im Domschatz ist ein Exemplar der zweiten Auflage der Agende aus der Leipziger Druckerei Melchior Lotther aus dem Jahre 1522 zu sehen.

    Das wichtigste der liturgischen Bücher ist das Mindener Missale (Messbuch), das mit Hilfe der neu erfundenen Buchdruckerkunst Georg Stucks 1513 in Nürnberg gedruckt wurde. Es entstand im Zweifarbendruck und enthält kolorierte Holzschnitte.
    1958 konnte dieses für Minden wichtige Buch in Heidelberg ersteigert und an seinen Ursprungsort zurückgeführt werden. Vorher befand es sich im Besitz des Herzogs von Parma.

    Das Missale enthält die offizielle Messliturgie der Kirche, die sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat, für alle Sonn- und Feiertage, Marien- und Heiligenfeste. Für Minden ist von besonderer Bedeutung das unter dem 1. Juli auf Seite 305 aufgeführte Messformular der hl. Sophie, deren Haupt als Reliquie in der Reliquien-Stele im Vorraum der Anbetungskapelle im Dom aufbewahrt wird. Wahrscheinlich hat Karl der Große diese wertvolle Reliquie 799 von Papst Leo III. in Paderborn erhalten und sie zur Bekehrung der Sachsen an das neugegründete Bistum Minden weitergegeben.

    Lange vorher schon waren in den Schreibstuben der Mindener Bischöfe, in den sogenannten Scriptorien, kostbare Handschriften entstanden, von denen sich die meisten in der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Berlin befinden.

  39. Beschreibung

    Dem in strenger Frontalität wiedergegebenen Heiligen sind die beiden Schlüssel als sein persönliches Attribut vor die Schultern gelegt: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben." (Mt. 16.19), so die Worte Jesu, als er ihn in den Kreis seiner Jünger berief. Auf der Rückseite der Büste geben zwei Wappen Aufschluss über den möglichen Stifter des Reliquiars. Das eine mit den überkreuzten Schlüsseln steht für das Bistum Minden und das andere mit Adlerkiel weist auf die Edelherren zu Berghe (Hausberge) hin. Aus diesem Geschlecht gingen zwei Mindener Bischöfe hervor: Wedekind II. (1369-1383) und Otto III. (1384-1397). Diese Gravur auf der Rückseite rechtfertigt die Datierung dieses kostbaren Reliquiars auf die Zeit um 1380. Welcher Bischof diese Petrusbüste der Minderer Domkirche gestiftet hat, muss noch offenbleiben.

  40. Beschreibung

    Der bärtige Hl. Petrus trägt einen Heiligenmantel und eine Tiara mit bekrönendem Kreuz, die dem Papst vorbehalten ist. In seinen Händen hält er Buch und Schlüssel, vor seinen Beinen lehnt ein Reliquienbehältnis mit Scharnieren versehen und als Gefäß aufklappbar. Am mit Maßwerkformen versehenen Sockel sind zwei Wappenschilde angebracht, das Klenkesche Rad und ein springender Wolf. Eine Inschriftplatte am Boden erwähnt die in der Statuette befindlichen Reliquien: "vom hl. Kreuz, vom hl. Petrus, vom hl. Thomas, vom Grab des Herrn, vom Schweißtuch des Herrn".

  41. Beschreibung

    Das Gefäß besteht aus einer halbkugelförmigen Kuppa mit ebensolchem Deckel. Sein Fuß weist als außergewöhnliches Dekor zwölf in Silber gegossene Apostelfiguren zwischen getriebenen Buckelrippen auf. Der in der Formensprache der Gotik gehaltene Nodus ist durch heraustretende Rautenfelder ausgezeichnet; den oberen Abschluss bildet ein Kreuz mit sich überkreuzendem Speer und Stab mit Essigschwamm - Werkzeugen der Passion Christi - über einem vasenförmigen Aufsatz und umgeben von einem Kranz aus rankenartigem sogenanntem Beschlagwerk. Dieser Teil der Bekrönung muss wohl wie auch das Kreuz als spätere Hinzufügung angesprochen werden, mit denen man das Ziborium schon kurze Zeit nach seiner Fertigung motivisch bereicherte.

  42. Beschreibung

    Der Kelch zählt zu den ältesten und wichtigsten vasa sacra (bei der Eucharistie genutztes Gerät). Aufgrund des Umstandes, dass er das Blut Christi aufnimmt, kommt ihm besondere Bedeutung zu, die sich in den Einsetzungsworten Jesu beim Abendmahl ausdrückt: "Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für Euch vergossen wird" (Lk 22,20). Der Aufbau eines Messkelches gliedert sich traditionell in die folgenden Bestandteile, die jeweils künstlerisch ausgestaltet sein können: die Trinkschale (lat. cuppa), den Schaft (lat. stipes), dazwischen meist ein Knauf (lat. nodus) sowie den Fuß (lat. pes).

    Die Patene (lat. patena = Schüssel) dient zur Aufnahme des eucharistischen Brotes. Sie besitzt eine flache runde Form, wobei sie konkav oder meist mit glattem Rand und leicht vertieftem (kreisrundem oder mehrpassigem) Spiegel gebildet ist. Wie der Kelch, wird sie meist aus Gold oder Silber gefertigt oder vergoldet und war bis zum 15. Jahrhundert oftmals motivisch verziert.

  43. 16 Messkelche

    Vitrine 16

    • 15.Jahrhundert /Ø14cm,Silbervergoldet
    • 15.Jahrhundert /Ø14,2cm,Silbervergoldet
    • 15. Jahrhundert / Ø 15,5 cm, Silber vergoldet
    • 18. Jahrhundert / Ø 13 cm, Silber vergoldet
    • spätes 15. Jahrhundert/frühes 16. Jahrhundert
      Ø 16 cm, Silber vergoldet
    • 18. Jahrhundert / Ø 12,5 cm, Silber vergoldet
  44. 16 Patene

    Vitrine 16

    • 15.Jahrhundert /Ø14cm,Silbervergoldet
    • 15.Jahrhundert /Ø14,2cm,Silbervergoldet
    • 15. Jahrhundert / Ø 15,5 cm, Silber vergoldet
    • 18. Jahrhundert / Ø 13 cm, Silber vergoldet
    • spätes 15. Jahrhundert/frühes 16. Jahrhundert
      Ø 16 cm, Silber vergoldet
    • 18. Jahrhundert / Ø 12,5 cm, Silber vergoldet
  45. Beschreibung

    Die Ansichtsseite bzw. die Reliquienseite des Vortragekreuzes, das wegen seiner Verwendung im Domkapitel als Kapitelkreuz bezeichnet wird, enthält in der Mitte einen oval geschliffenen Berg- kristall, unter dem sich eine Kreuzreliquie befindet. Bereits in den Weihenachrichten von 1064 sind Splitter des Heiligen Kreuzes erwähnt. Für das frühere, vermutlich zerstörte Kreuz mit der Reli- quie wurde unter Verwendung einer römischen Kamee mit dem

    Bildnis des Kaisers Nero (1. Jahrhundert) Anfang des 16. Jahrhunderts ein neues geschaffen. Die zeichnerischen Vorlagen für den Figurenschmuck gehen auf Martin Schongauer (Evangelistensymbole und hl. Petrus) und Albrecht Dürer (hl. Gorgonius) zurück, wodurch sich die Datierung auf nach 1508 ergibt. In den Kreuzenden in Dreipassform sind Medaillons mit Darstellungen der vier Kirchenväter wiedergegeben, auf der "Kameenseite" ent- sprechend Medaillons mit den Evangelistensymbolen. Jeweils am unteren Längsbalken eingraviert unter der Kreuzreliquie der hl. Petrus, unter dem Kaiserbildnis auf der anderen Seite der hl. Gorgonius. Ein Vortrage- bzw. Prozessionskreuz wird zu besonderen Anlässen - wie etwa bei der Einführung eines neuen Dompro- pstes oder dessen Beerdigung - an einer Stange befestigt vorausgetragen. Vor Aufhebung des Bistums Minden wurde dieses Kreuz dem Bischof vorangetragen. Die Tradition geht auf Byzanz zurück, als dem Kaiser als Feldzeichen ein Gemmenkreuz mit einer Kreuz- reliquie vorangetragen wurde.

  46. Bildergalerie

  47. Beschreibung

    Das vermutlich im späten 15. Jahrhundert in einer westfälischniedersächsischen Werkstatt entstandene Kreuz zeichnet sich durch seinen unverändert gebliebenen Zustand aus. Weder gibt es spätere Ergänzungen, noch ist es - wie vielfach in der Barockzeit geschehen - in seiner Substanz verkleinert und zeitgemäß verändert worden. Das zeigt, dass man diesem Kaselkreuz auch schon in der Barockzeit, als die spätmittelalterlichen Gewänder und mit ihnen die gestickten Kaselbesätze der neuen, nun sehr viel kleineren Gewandform angepasst wurden, eine besondere Bedeutung und Wertschätzung zugemessen hat.

    Das Kaselkreuz zeichnet sich durch besonders eindrückliche, in hohem Relief gestaltete Figuren aus, die der zeitgenössischen Skulptur nahestehen, deren Wirkung man offensichtlich mit den Mitteln der Reliefstickerei zu entsprechen suchte. Dies setzte eine handwerkliche Fertigkeit auf hohem Niveau voraus. Der gute Erhaltungszustand des Kaselkreuzes deutet darauf hin, dass man sich der hohen Qualität und Seltenheit des Stückes bewusst war. Im Vergleich mit dem Kaselkreuz (Inv. Nr. 49), das in den Maßen fast auf den Zentimeter genau mit diesem Kreuz übereinstimmt, variiert zwar die Ikonographie, doch finden sich im Entwurf, in der Materialauswahl und in der sticktechnischen Ausführung zahlreiche Übereinstimmungen, die auf eine Herkunft aus der gleichen Werkstatt hindeuten.

    Bislang sind nur wenige spätmittelalterliche Paramentenstickereien dieser Art bekannt. Es ist deshalb ein Glücksfall, dass man - wie im vorliegenden Fall - zwei Kreuze dieser Qualität der möglicherweise gleichen Werkstatt zuordnen kann.

    Die dargestellten Figuren:
    Unten links: Johannes der Täufer.
    Unten rechts: Nikolaus.
    Darüber rechts: Margarethe (mit dem Wurm), links unbekannt.
    Unter dem Kreuz: Maria Magdalena, Maria und Johannes, rechts Laurentius, links Stephanus.

  48. Bildergalerie

  49. Beschreibung

    Das ursprünglich auf der Rückseite einer Kasel angebrachte Kaselkreuz ist heute zur besseren Erhaltung auf einen Holzgrund aufgebracht. Der Name für das liturgische Obergewand des Priesters, Kasel, ist von dem lateinischen Wort casula (= kleines Zelt, Häuschen) übernommen, was auf die ursprüngliche Form des Gewandes schließen lässt. Es handelte sich um einen glockenförmigen Überwurf ohne Ärmel mit einem Ausschnitt für den Kopf. Seit dem Spätmittelalter war es üblich, die Kasel mit einem Zierbesatz in Kreuzform auszugestalten. Dies mag mit dem Wort Jesu zu deuten sein: "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach" (Mt 16,24).

    Da der Priester bis zum II. Vatikanischen Konzil (1962-65) mit dem Rücken zum Volk die Messe zelebrierte, war die eigentliche Schauseite der Kasel das Kaselkreuz, hier ausgeführt in aufwendiger Reliefstickerei: Im Zentrum Christus am Kreuz, zu beiden Seiten der hl. Petrus mit Buch und Schlüssel und der hl. Paulus mit Schwert. Schwebende Engel halten Kelche unter die Wunden an Händen und Füßen des Gekreuzigten, um das austretende Blut aufzufangen. Dem Kreuz zugewandt stehen Maria und Johannes in trauernder Pose. Den unteren Kreuzbalken fest umklammernd ist Maria Magdalena dargestellt, während Gottvater mit der Weltkugel in seiner Linken und mit der Rechten segnend den oberen Abschluss bildet.

  50. Beschreibung

    Unter "Kapelle" versteht man die Gesamtheit der zu einem Messornat gehörenden Obergewänder: Die Kasel des zelebrierenden Priesters, die Dalmatiken der beiden assistierenden Diakone mit den zugehörigen Insignien, die Stola und das Manipel (= streifenförmiges Band, das über den Arm gelegt wird) und das Pluviale (Chormantel). Es handelt sich bei diesem Mindener Ornat um ein Geschenk des Dompropstes Hugo Franz Karl von und zu Eltz (1736-1779). [In der Sonderausstellung "Bischöfliche Insignien - Stiftung Weihbischof Dr. Paul Nordhues" werden weitere Paramente gezeigt.]

  51. Beschreibung

    Die Monstranz wurde ursprünglich wahrscheinlich als Reliquienostensorium verwendet. Sie enthielt demnach Überreste eines unbekannten Heiligen bzw. eines Märtyrers, die in dem Glaszylinder den Gläubigen gezeigt wurden. Der Glasbehälter ist in einen mit architektonischen Elementen der Gotik, wie Strebewerk mit aufgesetzten Fialen, Krappen und stilisierten Tierköpfen, gebildeten turmartigen Aufbau eingelassen. Eingefasst von Lilienkränzen ist der Zylinder auf einem hohen Fuß mit sechspassiger Stand- fläche montiert. Den oberen Abschluss der Spitze bildete wohl ehemals ein Kruzifixus. Das Gerät entspricht damit einem Typus der Turmmonstranz, der im Laufe des 15./16. Jahrhunderts zahlreich hergestellt wurde.

  52. Beschreibung

    Zusammenhängend mit dem Bedürfnis, die Heiltümer zu schauen und ihrer unmittelbar teilhaftig zu werden, entwickelten sich ab dem späten Mittelalter monstranzartige Reliquiengefäße mit einer gläsernen Fassung im Zentrum. In der Epoche des Barock nahmen diese oft die Form eines Sonnenostensoriums an, wie sie das ausgestellte zeigt. Sie ist charakterisiert durch einen Strahlenkranz, der sich um die jetzt leere Reliquienkapsel legt. Diese wird umfangen von einem Schmuckrahmen mit Rocailleelementen und überhöht durch ein Kreuz. Auch Fuß und Schaft sind üppig mit zeittypischen muschelförmigen Ornamenten sowie einer Balustervase mit Blattkranz geschmückt.

  53. 22 Sonnenmonstranz

    Vitrine 22
    Süddeutsch, um 1740-1750 / Silber, getrieben, gegossen, ziseliert, graviert, teilweise vergoldet; Amethyste, Topase, Bergkristall

  54. Beschreibung

    Die Menschen wollten Christus in der geweihten Hostie mit ihren Augen schauen. Durch diese Entwicklung bildeten sich neue Formen der eucharistischen Verehrung heraus; es entstanden die Aussetzung des Allerheiligsten in der Andacht, die ewige Anbetung außerhalb des Gottesdienstes und die Fronleichnamsprozession ab 1264. Die Gläubigen wollten die hl. Hostie schauend anbeten und dabei im Gebet ihre Anliegen vor Gott tragen. Aufgrund dieser geistlichen Veränderung entstanden auch neue liturgische Geräte, vor allem die Monstranz. Das Wort kommt aus der lateinischen Sprache von monstrare (zeigen). Zwei Monstranzen aus der Barockzeit befinden sich in der Domschatzkammer. Sie weisen eine zentrale Schaufassung mit der Lunula - der halb-mondförmigen Halterung für die Hostie - auf, die von verschiedenen aufwendig gezierten Rahmen sowie Strahlenkränzen eingefasst wird, weshalb man sie als Sonnenmonstranzen bezeichnet. Die eine Sonnenmonstranz (Inv. Nr. 31) wurde von dem Mindener Goldschmiedemeister Caspar Heinrich Vogelsang im Jahre 1718 gearbeitet. Sowohl die Initialen CHV als auch die Jahreszahl sind eingraviert. Die andere Sonnenmonstranz (Inv. Nr. 32), die wahrscheinlich aus Augsburg stammt und zwischen 1740 und 1750 entstanden ist, verfügt über einen ähnlichen Aufbau. Der Überlieferung nach ist sie ein Geschenk von Dompropst Hugo Franz Karl von und zu EItz (1736-1779). Der Fuß ist höher als bei der anderen Monstranz und mit Rosen und Trauben geziert. Im Wappenfeld sind Bischofsmitra, Drachen und Löwen erkennbar.

  55. Beschreibung

    Das zum Verbrennen von Weihrauchharz bzw. der Verteilung des aromatisch duftenden Rauchs während des Gottesdienstes bestimmte Metallgefäß wurde nach Auskunft der eingestempelten Beschau- und Meisterzeichen von dem Paderborner Goldschmied Henrich Niederstädt II (†1745) gearbeitet, von dem sich weitere Werke im Domschatz erhalten haben. Der bauchige Gefäßkörper ist neben Eierstab- und Akanthusfriesen in spätbarocker Motivik mit Muscheln sowie geflügelten Puttenköpfen überzogen, die teils vollplastisch hervortreten. Der Griff des über die Trageketten zu öffnenden Deckels wird von der Figur eines unbekannten Bischofs gebildet, der ein Kirchenmodell hält. Der aus den Durchbrüchen aufsteigende Weihrauch dient in der Liturgie als Zeichen der Verehrung oder symbolisiert die Erhebung der Gebete zu Gott.

  56. Beschreibung

    Der Grundstoff, ein dunkelroter Samt, ist aus mehreren Stoffstücken zusammengesetzt. Er stammt vermutlich aus der Zeit des Mindener Dompropstes Hugo Franz Karl von und zu Eltz (1736- 1779). Wie bei der Weißen Kapelle ist auch hier sein Familienwappen aufgestickt. Die Wappenkartusche am unteren Rand des Chormantels besteht aus einem ovalen geteilten Schild mit goldenem Löwen, über dem Schild zwei einander zugekehrte Helme, der linke mit einer Mitra, der rechte mit einem Adler als Helmzier.

    Domschatz-Minden_Wappen_Mantel

    Bei der notwendig gewordenen Restaurierung des Ornats in der Mitte des 19. Jahrhunderts sind die aus einem damastartigen Seidengewebe bestehenden goldfarbenen Besätze mit historisierend gotischem Granatapfelmuster hinzugefügt worden.

    [In der Sonderausstellung: "Bischöfliche Insignien" werden weitere Paramente gezeigt.]

  57. Beschreibung

    weihbischof_paul_nordhues_1991

    Minden war von 799 bis 1648 ein zeitweise bedeutsames Bistum in Deutschland mit einigen großen Bischöfen, die nachhaltige pastorale, liturgische und künstlerische Akzente gesetzt haben. Sie alle haben über bischöfliche Insignien verfügt, die leider nicht erhalten sind. Seit 1990 aber hat der Domschatz Minden wieder Insignien, die der Paderborner Weihbischof Dr. Paul Nordhues (gestorben 2004), der mit der Mindener Domgemeinde eng verbunden war, ihr vermacht hat. Zu ihnen ist auch sein bischöfliches Wappen mit seinem Wahlspruch "suscipenimm hin" zu zählen. Ein Teil dieser Ausstattung wird in dieser Sonderausstellung präsentiert.

    Die Pontifikalausstattung eines Bischofs war früher sehr aufwendig; heute ist auch in der liturgischen Kleidung vieles einfacher und schlichter geworden. Da durch die Bischofsweihe die Fülle des Weihesakramentes übertragen wird, sind in ihr auch die Diakonen- und Priesterweihe enthalten; beide verfügen über eigene liturgische Gewänder, die früher vom Bischof bei Pontifikalhandlungen mitgetragen wurden. Auch der Bischof trägt bei der Eucharistiefeier ein Messgewand oder einen Chormantel, von denen zwei sich in der Schatzkammer befinden. Beide wurden 1961 von der Paderborner Künstlerin Edith Ostendorf (gestorben 1985) für Bischof Nordhues erstellt.

    Sowohl der weiße (Inv. Nr. 127) als auch der violette Chormantel (Inv. Nr. 128) bestehen aus Seide und Kunstseide und sind mit Goldfäden besetzt. Während der violette Chormantel mit sechs Feldern auf der Vorderseite schlichter gestaltet ist, enthält der andere ornamentale Stickereien von stilisierten Pfauenrädern, die einen Lebensbaum flankieren. Beide Chormäntel werden jeweils von Pluvialschließen zusammengehalten.

    Bischof Nordhues hat ein Brustkreuz (Inv. Nr. 143) getragen, das Hildegard Domizlaff (Köln) 1958/59 geschaffen hat. Nordhues hatte es von seinem Vorgänger Weihbischof Dr. Wilhelm Tuschen (gestorben 1961) übernommen. Die in Gold gefasste Vorderseite enthält in der Mitte eine Darstellung der "Majestas domini". Christus thront auf einem Regenbogen; die rechte Hand ist erhoben, in der linken hält er das Buch. In den Kreuzarmen und Zwikkeln sind acht Edelsteine eingefügt. Oben ist eine Öse zur Befestigung der Silberkette angebracht. Auf der Rückseite befindet sich ein Flachrelief aus Elfenbein, das in Anlehnung an den reichen Fischfang (Joh 21,6) ein Netz mit Fischen enthält. Darin eingefügt ist der Wahlspruch von Bischof Tuschen: "Pro Christo legatione fungimur - wir wirken an Christi Statt" (2 Kor 5,20). In der Mitte enthält das Pektorale eine Reliquie des hI. Liborius, des Paderborner Bistumspatrons.

    Bischof Nordhues hat außerdem der Schatzkammer seine beiden wertvollen, aber ganz unterschiedlichen Bischofsringe geschenkt; der eine, der in der Darstellung eines Fisches die Aufschrift YCHTHYS trägt, stammt von Hildegard Domizlaff (Inv. Nr.126), der andere ist der Konzilsring (Inv. Nr. 125), den alle Teilnehmer des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) von Papst Paul VI. erhalten haben. Auf dem schlichten Ring sind vorne unter einem Kreuz Christus zwischen den Aposteln Petrus und Paulus abgebildet. Innen ist das Wappen Pauls Vl. eingraviert.

    Bischofsring_Konzilsring_Nordhues_Domschatz-App

    Von den weiteren Insignien, die Bischof Nordhues 30 Jahre lang getragen oder verwandt hat, befinden sich in der Schatzkammer der Pileolus (rotes Käppchen aus Kunstseide, Inv. Nr. 130), ein weiteres Paar Bischofshandschuhe (von E. Ostendorf, Inv. Nr. 131), ein altes Taufgerät aus Zinn mit Kanne und Becken (aus dem Jahre 1816, Inv. Nr. 136), das auch häufig beim Gottesdienst zur Handwaschung benutzt wurde, ferner zwei Gefäße aus Silber für Chrisam und Salz mit dem Wappen des Bischofs Ledebur (1825-1841, Inv. Nr. ?) für die Firmung, ein Krankenölgefäß aus Silber mit dem Wappen der Familie Wolff-Metternich (vermutlich aus dem Besitz des Paderborner Bischofs Franz Arnold 1704-1718), ein silberner Digitus (Zeigestab), ein silberner Handleuchter (1950) und eine weiße Stola.

    Die Domgemeinde ist Bischof Nordhues für diese Erbschaft mit der Ausstattung seiner bischöflichen Insignien sehr dankbar.

  58. Beschreibung

    Der schlanke Stab birgt in seiner Krümme zwei vollplastisch gegossene Figuren, die sich auf eine Erzählung aus dem altestamentlichen Buch Tobit beziehen, wonach der Erzengel Rafael den jungen Tobias dazu anhält einen Fisch zu fangen, der ihn zu verschlingen droht. Der Engel, dessen ausgespannte Flügel sich an die Rundung schmiegen, führt Tobias an der Hand über die gestalterisch geschickt eingebundene Kluft zum Schaft und verweist damit auf die Symbolik des Bischofsstabes bzw. das Amt des Bischofs als Leiter und Hirte der Gläubigen sowie auf dessen eigene Schutzbedürftigkeit. Der Stab wurde von der in Köln vorwiegend für den sakralen Bereich tätigen Künstlerin Hildegard Domizlaff (1898-1987) ursprünglich für den Paderborner Weihbischof Dr. Wilhelm Tuschen (1903-1961) geschaffen, nach dessen Tod ihn Paul Nordhues erhielt.

  59. Beschreibung

    Das Brustkreuz besitzt die Form eines griechischen Kreuzes, d. h. gleichlange Arme, in dessen Winkeln zusätzlich halbrunde Erweiterungen hervortreten. Die Vorderseite ist im Zentrum mit einer Darstellung der "Majestas Domini" - dem thronenden verherrlichten Christus - über einer Perlmuttauflage besetzt, umgeben von flach bzw. muggelig geschliffenen Schmucksteinen in den Kreuzachsen und Diagonalen. Die Rückseite füllt ein Elfenbeinrelief, welches das biblische Motiv des wunderbaren Fischfangs aufgreift und den Wahlspruch Weihbischof Tuschens wiedergibt: Pro Christo legatione fungimur (Wir wirken an Christi Statt). In seiner Mitte fasst es eine Kapsel mit einer Reliquie des hl. Liborius, des Patrons des Bistums Paderborn. Auch das Pektorale wurde von Hildegard Domizlaff für Wilhelm Tuschen gearbeitet, bevor Weihbischof Nordhues es von seinem Vorgänger übernahm.

  60. Beschreibung

    Der aus der Chorkleidung des frühen Mittelalters entwickelte, über der Brust durch Kette und Hakenverschluss zusammengehaltene liturgische Mantel zeigt auf den Kantenbesätzen alternierend mit Rautenmustern stilisierte Pfauenpaare zu den Seiten eines Lebensbaumes. Auf der Außenseite bilden die Stickereien Kreisformen, die als abstrahierte Pfauenräder zu lesen und denen Kreuze eingeschrieben sind. Gefertigt wurde der Chormantel von der bekannten Textilkünstlerin Edith Ostendorf (1911-1985), die nach einer Ausbildung an der Werkkunstschule Münster eine Paramentenwerkstatt in Paderborn betrieb.

  61. Beschreibung

    Die pontifikale Kopfbedeckung wurde seit der Mitte des 11. Jahrhunderts zu einer der Insignien der Bischöfe und erhielt im 12. Jahrhundert wesentlich ihre noch heute übliche Form. Die Cornua (Spitzen) der ausgestellten Mitra sind durch vertikale Linien aus roten Seiden- und Goldfäden u. a. in Anlegetechnik gegliedert, den Circulus (unterer Rand) ziert ein fischgrätähnlich angelegter Fries. Auf den Enden der Infulae (Bänder) finden sich links das Wappen Weihbischof Nordhues', rechts ein Medaillon mit den Halbfiguren der Apostelfürsten Petrus und Paulus.

  62. Beschreibung

    Auch die Handschuhe gehören zum Ornat des Weihbischofs Paul Nordhues und entstanden im Atelier Edith Ostendorfs im Jahr seiner Bischofsweihe. Sie tragen auf dem Handrücken ein Lilienkreuz, während die breiten Stulpen goldgestickte Rosettenmotive und mit weißen Glassteinen bereicherte Spiralornamente aufweisen. Pontifikalhandschuhe wurden üblicherweise bei der von einem Bischof als Vorsteher gefeierten Heiligen Messe bis zur Hände- waschung und zur Segensspendung genutzt und zeigen die liturgischen Farben.

  63. Beschreibung

    Während in einem Evangeliar die Evangelientexte aller Gottesdienste des ganzen Kirchenjahres zusammengefasst sind, enthält das Evangelistar lediglich Teile hiervon. Der ausgestellte, aufwendig gestaltete Buchdeckel eines solchen Evangelistars wurde durch den Brand des Domes 1945 stark beschädigt und vom Buchblock getrennt. Seine Bestandteile entstammen unterschiedlichen Zeiten. Der aus mit Holz hinterlegtem vergoldetem Silber- blech bestehende Zierdeckel entstand wohl im späten 15. Jahrhundert. Sein Rahmen wird von einem breiten spätgotischen
    Akanthusrankenfries gebildet, der von zwei schmalen Maßwerkleisten eingefasst und von großen Edelsteinen (Smaragde, Saphire, Chalzedone, Amethyst, Granat) sowie blauen Glassteinen in Zargen aus gereihten Herzblattformen besetzt ist. Das aus Elfenbein gefertigte Relief in der Mitte des Rahmens zeigt die Himmelfahrt Christi. Von Engeln begleitet ergreift der Auferstandene die sich ihm entgegenstreckende Hand Gottes, beobachtet von der Gruppe der Apostel und Maria. Es entstand vermutlich zwischen 860 und 870, damit in karolingischer Zeit, und war offenbar zusammen mit einem liturgischen Buch ein Geschenk Bischof Milos von Minden (969-996), auf den Hermann von Lerbeck Ende des 14. Jahrhunderts mit den Worten hinweist: "Es gereiche dir, Gorgonius, dieses Buch - so bitte ich - sehr zum Ruhme, welches der Bischof Milo in Gold fertigen ließ". Auch bei den Steinen handelt es sich offenbar um vielleicht aus Schmuckzusammenhang wiederverwendete Stücke teils aus römischer Zeit, die aufgrund der engen Beziehungen zwischen Bischof Milo und dem Hofe Ottos II. bzw. seiner Gemahlin Theophanu aus Byzanz leicht beschafft werden konnten.

  64. Beschreibung

    Das Evangelistar enthält Auszüge aus den Evangelientexten für die Sonn- und Feiertage des Jahres. Die Handschrift war bis zu ihrer Beschädigung im Zweiten Weltkrieg in den ausgestellten Buchdeckel (Inv. Nr. 75) eingebunden. Sie ist karolingischen Ursprungs. Angebunden waren die Eidesformeln des 11. Jahrhunderts, nach denen bis zur Auflösung des Mindener Domkapitels im Jahre 1811 die Domherren und andere kirchliche Beamte verpflichtet wurden, weshalb es auch Juramenten-Buch genannt wird. Aus diesem Grunde ist das Werk auch als einzige mittelalterliche Handschrift nach dem Westfälischen Frieden von 1648 im Jahr 1683 nicht nach Berlin überführt worden.

  65. Beschreibung

    Der kostbare Buchdeckel stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Leider wurden bei dem Brand der Domschatzkammer im Zweiten Weltkrieg im März 1945 - die Schatzkammer war kurz zuvor in den Südturm des Westwerkes des Mindener Domes ausgelagert worden - fast alle zugehörigen handgeschriebenen Texte vernichtet. Sie enthielten die Episteln, das heißt, die zur ersten Lesung im Gottesdienst bestimmten Auszüge aus den Apostelbriefen oder dem Alten Testament. Der Deckel zeigt die sogenannte Majestas Domini, den auf einem Regenbogen thronenden Christus umgeben von einer Mandorla im Segensgestus und mit dem Buch des Lebens in der verhüllten linken Hand. Oberhalb der Christusfigur und an der linken unteren Seite des aus Holz geschnitzten Deckels sind durch das Feuer entstandene Rissbildungen zu erkennen. Auch die frühere farbige Fassung mit der aufwendigen Vergoldung ist bis auf wenige Spuren zerstört. Reste vom Ledereinband und Verschluss haben sich dagegen noch erhalten. Im Minderer Domschatzinventar von 1683 wird der Buchdeckel erwähnt und als "Episteln-Buch" bezeichnet.

  66. Beschreibung

    Die nahezu halbfigurige Reliquienbüste besteht aus einem Holzkern, über den Silberblech geschlagen ist. Dieses ist mit Nägeln befestigt. Gesicht und Hals blieben ausgespart. Durch einen Bombenangriff im März 1945 und den nachfolgenden Brand des Domes wurden Teile des im Dom gelagerten Domschatzes in Mitleidenschaft gezogen. So wurde der Holzkern der Reliquienbüste verkohlt, was zur Folge hatte, dass die Metallummantelung seither vom Holz absteht. Das Gesicht der Maria Magdalena erhielt infolge des Brandschadens und durch einen nicht fachgemäßen Farbauftrag eine Schwärzung. Im Scheitelbereich des Kopfes dient eine mit einer verschließbaren Klappe versehene Öffnung zur Aufnahme von Reliquien. Die Reliquienbüste der hl. Magdalena weist stilistisch große Ähnlichkeiten zu einer älteren Paulusbüste aus dem Münsteraner Dom auf, so dass eine Entstehung in Westfalen naheliegt. Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei der Mindener Magdalena um die älteste erhaltene Reliquienbüste in Deutschland.

  67. Anfahrt

    Adresse
    Kleiner Domhof 24, 32423 Minden
  68. Kontakt

    Firma
    Domschatz Minden
    Name
    Herr Hans-Jürgen Amtage
    Position
    Vorsitzender Dombau-Verein Minden e. V.
    E-Mail
    besucherservice@domschatz-minden.de
    Telefon
    (0571) 83764119
    Homepage
    https://domschatz-minden.de/
    Adresse
    Kleiner Domhof 24, 32423 Minden
  69. Veranstaltungen

    Öffentliche Führung Domschatz MindenSamstag, 5. August 2017, 14 Uhr

    Samstag, 05.08.2017 von 14:00 Uhr bis 15:00 Uhr.

    Öffentliche Führung Domschatz MindenDonnerstag, 10. August 2017, 18.30 Uhr

    Donnerstag, 10.08.2017 von 18:30 Uhr bis 19:30 Uhr.

    Öffentliche Führung Domschatz MindenDonnerstag, 10. August 2017, 20.00 Uhr

    Donnerstag, 10.08.2017 von 20:00 Uhr bis 21:00 Uhr.

    Öffentliche Führung Domschatz MindenSonntag, 13. August 2017, 15.00 Uhr

    Sonntag, 13.08.2017 von 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr.

  70. Gutschein

    1 Euro Rabatt auf Eintritt in die Domschatzkammer
  71. Kommentare und Bewertungen

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